Medizinisch-berufliche Rehabilitation

Das Greifswalder 3-Phasen-Modell

Auszeichnung

Das Greifswalder 3-Phasen-Modell ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Berufsbildungswerk Greifswald (BBW), der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald und der BDH-Klinik Greifswald und wurde 2009 durch die Initiative "Deutschland - Land der Ideen" ausgezeichnet. Mit dieser Auszeichnung werden alle jene geehrt, die in Deutschland Innovation, Erfindergeist und Einfallsreichtum leben.

MBR

Eine bundesweit einzigartige Partnerschaft zeigt, wie in Greifswald Akutklinik, Rehabilitationsklinik und eine Einrichtung der beruflichen Rehabilitation eng vernetzt auf kurzem Wege zusammenarbeiten.

Patienten mit akuten Hirnschädigungen oder verbleibenden chronischen Behinderungen brauchen eine spezielle Hilfestellung, wenn es um ihre Reintegration geht. 

Schlaganfälle oder Schädelhirntraumata bedürfen einer effizienten Erstbehandlung mit der Möglichkeit einer akut-medizinischen Maximalversorgung, um Lebensgefährdungen abzuwenden und das Ausmaß weiterer Schädigungen zu minimieren. In einer der gesündesten Regionen Norddeutschlands wird durch die Zusammenarbeit zwischen der Universitätsmedizin Greifswald, der BDH-Klinik Greifswald und dem BerufsBildungsWerk Greifswald (BBW) eine komplexe berufliche, medizinische und soziale Rehabilitation gewährleistet. Alle drei Einrichtungen befinden sich in einem Umkreis von weniger als 500 Metern. Nach Unfällen oder beim Auftreten von Erkrankungen, die eine neurologische Rehabilitation erforderlich machen, findet die Erstversorgung in der Universitätsmedizin Greifswald statt. Bereits im Frühstadium kann mit der Frührehabilitation in der BDH-Klinik begonnen werden. Wenn im weiteren Verlauf erste Belastungserprobungen erfolgreich waren, können bei Bedarf erste berufsvorbereitende Maßnahmen noch während der stationären Behandlung im BBW Greifswald beginnen.

Wie funktioniert es?

Die folgende Abbildung beschreibt grafisch, wie das Greifswalder 3-Phasen-Modell funktioniert. Zum Vergrößern bitte anklicken.

Das 3-Phasen-Modellzoom

Warum wird es durchgeführt?

  • Verkürzung der Rehabilitationszeit
  • Wartezeiten werden vermieden

Inhalt der medizinisch-beruflichen Rehabilitation ist eine medizinische Belastungserprobung.

Ablauf

Während der medizinisch-beruflichen Rehabilitation haben die Patienten ca. 2 Stunden täglich Therapien in der BDH-Klinik Greifswald. Dabei werden spezifische Bereiche therapiert, in denen noch alltags- oder berufsrelevante Defizite vorliegen.

Die arbeitsbezogene Belastungserprobung beginnt in der BDH-Klinik Greifswald im Rahmen der Ergo- und Arbeitstherapie zum Training der allgemeinen Arbeitsfähigkeit beim Lösen einfacher praktischer Aufgaben werden grundlegende Arbeitsvoraussetzungen angebahnt, wie z. B. Pünktlichkeit, Umgang mit Werkzeugen und Maschinen und dem Arbeitsplatz, Verhalten in der Gruppe, Vorgehen beim Lösen von Aufgaben etc., und die Belastung für Körper und Geist wird allmählich gesteigert. Voraussetzung in dieser Phase der Belastung ist bei einer maximalen Teilnehmerzahl von 5 Patienten die Gruppenfähigkeit und eine allgemeine Belastbarkeit von mindestens 3 Stunden. Die nächste Etappe der Belastungserprobung mit 4-6 Stunden Tätigkeit findet als Berufstherapie im BBW oder BFW statt. Nach mehrwöchigem Klinikaufenthalt stellt die räumliche, personelle und situative Veränderung zusätzliche Anforderungen an die allgemeine Belastbarkeit des Patienten. Medizinisch notwendige Therapien laufen parallel zur Belastungserprobung.

Eine Arbeitserprobung (AE) oder Berufsfindung (BF) im BBW/BFW kann in allen dort angebotenen Berufsfeldern stattfinden. Dabei ist die Erprobung im vorberuflichen sowie im Ausbildungsbereich möglich. Die inhaltliche Gestaltung der Maßnahme erfolgt in interdisziplinärer Zusammenarbeit der medizinischen, therapeutischen, pädagogischen und berufsförderndern Fachbereiche. Die Erprobung kann hier bei einer täglichen Belastung von 4-6 Stunden erheblich genauer erfolgen und soll zum Abschluss der Maßnahme (nach ca. 4-8 Wochen) mit einer konkreten Empfehlung für den weiteren Rehaprozess beendet werden. Danach können dann ggf. weitere Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation anschließen.

 

Ansprechpartner

 
Prof. Dr. med. Thomas Platz zoom

Prof. Dr. med. Thomas Platz 
Ärztlicher Direktor / Chefarzt
Telefon: 03834 / 871-201
E-Mail schreiben 

 

Berufsbildungswerk Greifswald 
Frau Walter
Telefon: 03834 / 873-0

 

Berufsförderungswerk Stralsund 
Frau Kirchstein
Telefon: 038 31 / 23-0

 
 
 
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