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Tagesklinik für Schlaganfall-Patienten eröffnet

15.10.2003

Quelle: Ostsee-Zeitung

Die Fachklinik Schwaan-Waldeck geht neue Wege in der Rehabilitation. Tagsüber Therapie, abends kann der Patient nach Hause.

Rostock. Nach einem Schlaganfall ist der Weg zurück ins Leben oft lang und mühsam. Betroffene müssen langwierige Krankenhausaufenthalte und intensive Behandlungen in Rehabilitationskliniken in Kauf nehmen. "Wenn die Patienten zu uns kommen, haben viele den Klinik-Alltag satt. Sie sind wenig motiviert. Das wirkt sich negativ auf die Heilungschancen aus" sagt Jürgen Uerckwitz, leitender Chefarzt der Fachklinik Schwaan-Waldeck (Landkreis Bad Doberan). Das überregionale Zentrum für medizinische Rehabilitation mit den Schwerpunkten Neurologie und Orthopädie geht deshalb neue Wege. Nach zähem Ringen hat die Fachklinik jetzt eine Tagesklinik mit 20 Betten eröffnet.

"Tagsüber steht den Patienten das volle Spektrum der Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Abends kann er nach Hause." Dr. Uerckwitz ist überzeugt davon, dass viele Patienten von einer ambulanten Behandlung profitieren. Besonders bei chronischen Erkrankungen komme es auf eine zeitgerechte, kompetente und wohnortnahe Therapie an. "Vor allem der Begriff Wohnortnähe zielt auch auf Hilfe für die Angehörigen durch den Arzt und auf eine völlig neue Dimension der Betreuung, auf die so genannte Teilhabe, ab", erklärt der Arzt. Dabei geht es nicht nur um medizinische Aspekte, sondern auch um soziale Wiedereingliederung.

In einer Studie hat das Waldecker Medizinerteam herausgefunden, dass 60 von 100 Patienten bereits sechs Wochen nach der stationären Behandlung weniger leistungsfähig waren als zum Zeitpunkt der Rehabilitation. "Der Verlust der Selbstständigkeit war erschütternd. Es nützt uns gar nichts, wenn wir die Leute gehend entlassen und wenige Wochen später liegen sie wieder im Bett", kommentiert Uerckwitz. Nicht nur die Überfürsorge der Angehörigen sei dabei ein Faktor, sondern auch das Fehlen flexibler Behandlungszeiträume. "Eine Kontrollstudie zeigte, dass die Mehrheit der Patienten Fortschritte machte, als wir diese Aspekte in die Praxis umsetzten."

Für die Tagesklinik hat das Reha-Zentrum einen Fahrdienst im Umkreis von 40 Kilometern eingerichtet. "Damit decken wir die Regionen Rostock, Wismar, Ribnitz, Teterow sowie Plau am See ab", sagt Dr. Heike Mach, Chefärztin der Neurorehabilitation und künftige Leiterin der Tagesklinik. Nicht nur für Schlaganfall-Patienten eigne sich diese Form der Therapie. Auch nach Verletzungen, Operationen des Nervensystems, Schädel-Hirn-Traumen und chronischen Erkrankungen wie Multiple Sklerose sei das ambulante Angebot eine gute Alternative.

Von Krankenkassen werden solche Tageskliniken grundsätzlich befürwortet. "Die Enthospitalisierung ist eine sinnvolle Geschichte und hat sich bereits in vielen Bereichen bewährt. Patienten erreichen durch die ambulante Versorgung eine bessere Lebensqualität, das wiederum wirkt sich positiv auf die Krankheit aus", sagt Carmen Sordyl, Chefin der Techniker Krankenkasse in Mecklenburg-Vorpommern. Sie gibt allerdings zu bedenken, dass durch Aufstockung der Betten in der Tagesklinik, bestimmte akut-medizinische Bereiche zurückgefahren werden müssen.

Eine weitere Tagesklinik für Neurologie hat das Neurologische Rehabilitationszentrum (NRZ) Greifswald vor kurzem eingerichtet. Sie ist ausgelegt für die ambulante Behandlung von acht Patienten, kann im Bedarfsfall aber auch mehr Rehabilitanden aufnehmen. Neben der Behandlung von Patienten mit Schlaganfällen und Schädel-Hirn-Traumen bietet die Tagesklinik besondere Therapien für Menschen an, die unter der Parkinsonschen Krankheit oder Multipler Sklerose leiden.

Infos: www.fachklinik-waldeck.de

www.nrz-greifswald.de.

SIMONE HAMANN

 
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